DIE TOTE STADT

Stadttheater Bremerhaven
Premiere: 02.05.2026

OPER VON ERICH WOLFGANG KORNGOLD / LIBRETTO VON PAUL SCHOTT FREI NACH GEORGES RODENBACHS ROMAN BRUGES-LA-MORTE
/ IN DEUTSCHER SPRACHE MIT DEUTSCHEN ÜBERTITELN



Regie und Bühne: Johannes Pölzgutte
Kostüme und Bühnenmitarbeit: Katharina Heistinger

MUSIKALISCHE LEITUNG Marc Niemann
INSZENIERUNG & BÜHNE Johannes Pölzgutter
KOSTÜME Katharina Heistinger
DRAMATURGIE Markus Tatzig
CHOR Edward Mauritius Münch
LICHT Katharina Konopka
















PRESSESTIMMEN


«In der Inszenierung von Johannes Pölzgutter kann man dem Wahnsinn und seinem wahrhaft toxischen neuen Beziehungsversuch Pauls zur der Marie so ähnlich sehenden Tänzerin Marietta emotional vollkommen folgen, so sehr profilierte Pölzgutter geradezu psychoanalytisch die Charaktere und Ereignisse, die in eine Psycho-Thriller-artige Dichte geraten [...]. Da ist an erster Stelle Michael Müller-Kasztelan als Paul zu nennen, der zunehmend in seinem Wahnsinn verkommt und herausragendend eine der schwersten Tenorpartien überhaupt ohne sichtbare Mühe singt. Dann ebenso überragend Meredith Hoffmann-Thomson, neues Ensemblemitglied: Zusammen mit höchst anspruchsvollem Gesang formt sie die die tote Marie herausfordende Marietta [...] Und Boshana Milkov als Pauls Haushälterin Brigitta, [...] ist eine weitere profilierte Charakterstudie, ebenso Marcin Hutek als Pauls Freund und Widersacher Frank. [...] So war auch diese Aufführung von unter die Haut gehenden seelischen Kräften und von einem regelrechten Röntgenblick erfüllt, die die Frage nach einem Eklektizismus und einem Anachronismus dieses kompositorischen Stiles gar nicht erst aufkommen ließ. Standing Ovations.»

Ute Schalz-Laurenze, Neue Musikzeitung, 04.05.2026



«Man sieht auf der Bühne ein beklemmendes Zimmer, das Paul wie einen Schrein eingerichtet hat zum Gedenken an seine tote Frau. Er hat auf dem Fußboden lauter Porträts aufgestellt. Die sehen die Zuschauer nur von hinten, und deswegen wirkt das so ein bisschen wie Grabsteine in einer Reihe. […] Ich finde, diese Oper klingt völlig anders als klassische Opern. In vielen Passagen erinnert das eher an sinfonische Filmmusik. […] Ich fand das wirklich eindrucksvoll gespielt. […] Funkioniert das? Hat es mir gefallen? Sollte man hingehen? Ja! Ja! Und ja! Ich fand die Musik toll, die Kostüme waren schön und einfallsreich, und das Bühnenbild war wirklich sehr edel und sehr düster. Das fand ich alles sehr atmosphärisch, und das fand ich sehr klug und wirklich ideenreich durchkomponiert.»

Catharina Spethmann, Bremen Zwei, 03.05.2026

«Die Neuinszenierung von Die tote Stadt geriet am Stadttheater Bremerhaven zu einer opulenten Operndarbietung. [...] Pölzgutter ist eine sehr stimmige Atmosphäre gelungen, die dem Gehalt der Oper sehr gut entspricht. Auch die Charakterisierung der Personen ist durchdacht und in jedem Moment nachvollziehbar. [...] Die Kostüme von Katharina Heistinger verstärken den positiven Gesatmeindruck. [...] Der Tenor Michael Müller-Kasztelan [...] hat sich in die Inszenierung sehr gut eingefügt [...] Er gestaltete die Partie mit Ausdruck und ohne jede Ermüdung.  Ein begeistertes Portrait der Marietta lieferte Meredith Hoffmann-Thomson. Ihr üpppiger und klangschöner Sopran zeichnet sich durch viel Farbe und aufblühende Höhe aus. [...] Das Philharmonische Orchester Bremerhavens sorgte unter der Leitung von Marc Niemann für einen opulenten, rauschartigen Klang. Es war ein Schwelgen in Musik.»

Wolfgang Denker, Weserkurier, Der Opernfreund, 03.05.2026

«Es ist eine wunderbare Aufführung, sehr klug. […] Sensationell gut dirigiert von Marc Niemann und sehr klug inszeniert von Johannes Pölzgutter. […] Meredith Hoffmann-Thomson war die Marietta […], Michael Müller-Kasztelan ist der Paul, und die beiden steigern sich unglaublich. […] Unbedingt erwähnen muss ich noch Boshana Milkov, eine hinreißende Brigitta, eigentlich eine kleine Rolle, in der sie aber wirklich nachhaltig auf sich aufmerksam gemacht hat, und Frank/Fritz mit dem Pierrot-Lied Marcin Hutek. […] Die singen wirklich alle à la bonne heure. […] Pölzgutter hat das Zentrum des Stücks getroffen. Auch die Kostüme von Katharina Heistinger unterstützen das sehr schön. […] Sehr genau angeleitet alle aufeinander reagieren und spielen. Auch in so einer sehr schönen Blickdramaturgie, wer gerade von wem angezogen oder auch angewidert ist. Sehr minutiös gearbeitet.»

Uwe Friedrich, Fazit, Deutschlandradio, 02.05.2026

«Bravourös. [...] Was für ein Glück für das Stadttheater, dafür hervorragende, dieser Tour de Force nahezu durchgängig gewachsene Sänger-Darsteller bis in die Nebenrollen, ein feinnerviges Regie-Ausstatter-Team und ein unter dem scheidenden Generalmusikdirektor Marc Niemann fulminant musizierendes Philharmonisches Orchester zu haben. [...] In schonungsloser Vehemenz schmiss sich der Gast gesanglich und darstellerisch in die komplexe Gestaltung und die psychologische Tiefenschärfe seiner zwischen Euphorie und Melancholie mäandernden Rolle. [...] Herz und Achse der Toten Stadt ist die Energie-sprühende Meredith Hoffmann-Thomson in der schillernden, expressiven Partie der ‹Marietta›. [...] Was die lyrisch-dramatische Sopranistin der Partie an leuchtender Strahlkraft, betörenden Kantilenen, souveränen Lagenwechseln, an Glamour und resoluter Energie abgewinnt, ist umwerfend. [...] Ganz starke Bilder schafft Pölzgutter mit riesigen Videoprojektionen [...] Großes Kino.»

Susanne Schwan, Nordsee-Zeitung, 03.05.2026